Samstag, 17. Oktober 2026
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Medizin

HPV: Weniger Impfungen bei Jugendlichen gegen Krebs

Impfungen gegen bestimmte Krebserkrankungen gehen einer neuen Analyse zufolge bei Kindern und Jugendlichen stark zurück. Besonders deutlich ist dies bei 15- bis 17-jährigen Jungen, wie eine Auswertung der Krankenkasse DAK-Gesundheit unter ihren Versicherten ergab. Hier sanken die Erstimpfungen gegen Humane Papillomviren (HPV) 2022 im Vergleich zum Vorjahr um 42%. In der gesamten Altersspanne von 9 bis 17 Jahren habe es bei Jungen ein Minus von 31% und bei Mädchen einen Rückgang von 21% gegeben.

STIKO empfiehlt HPV-Impfung im Alter von 9 bis 14 Jahren

Humane Papillomviren werden sexuell übertragen und können unter anderem Gebärmutterhalskrebs und Krebs im Mund-Rachen-Raum hervorrufen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung für Mädchen und Jungen von 9 bis 14 Jahren. Ist sie bis dahin nicht erfolgt, rät sie, diese bis zum Alter von 17 Jahren nachzuholen. Es sind jeweils 2 oder 3 Impfstoffdosen erforderlich.

Niedrige HPV-Impfquoten möglicherweise bedingt durch Corona-Pandemie

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte bezeichnet die Impfquote als „besorgniserregend niedrig“. Darüber, wie dieser massive Rückgang zu erklären sei, könne er nur spekulieren, sagte Präsident Thomas Fischbach. „Sicherlich hat die HPV-Impfung im Zuge der hohen medialen Aufmerksamkeit rund um die Corona-Schutzimpfung zeitweise weniger Beachtung erfahren. Auch kann ich eine leicht erhöhte Impfskepsis beobachten, ausgelöst durch die vielen Diskussionen um vermeintliche Folgeschäden der Corona-Schutzimpfung.“ Das habe ganz bestimmt auch Auswirkungen auf die HPV-Impfung.
 
 

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2022 erhielten nur 7,4% der Jugendlichen eine Erstimpfung gegen HPV

Laut Robert Koch-Institut erkranken in Deutschland im Jahr über 6000 Frauen und rund 1600 Männer an HPV-bedingtem Krebs. Die Impfung, die im Jugendalter verabreicht wird, kann im großen Umfang davor schützen. In den Jahren 2020 und 2021 erhielten laut DAK-Bericht jeweils rund 10% der 9- bis 17-Jährigen eine Erstimpfung gegen HPV. 2022 waren es nur noch 7,4%.

Quelle: dpa



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